Die Kissnerbuche

Noch steht sie... Aber es geht ihr nicht gut

Wegepate Wegepate 23-03-2023 22:12
Die Kissnerbuche

Ist Ihnen dieser knorrige Baum direkt am Weg aufgefallen?

Wie der Baum zu seinem Namen kam

Dieter Kissner war als Waldarbeiter bei der Stadt Rüdesheim angestellt.

Er starb 2007 im Alter von nur 39 Jahren. Nach seinem Tod schlugen seine Kollegen Karl-Heinz und Lothar Kempenich vor, zu seinem Andenken einen Baum zu benennen. Ähnlich, wie es sonst nur Fostbeamten zuteil wird.
Der damalige Bürgermeister von Rüdesheim, Udo Grün unterstützte zusammen mit dem Forstbeamten Euler das Vorhaben.

Die beiden Kempenich-Brüder richteten zusammen mit ihrem Bruder Walter sowie Goswin und Klaus Hois den Platz her, zimmerten eine Bank und stellten sie unter der Buche auf. Das Schild, das noch heute hängt, fertigte Michael Hois.

Wie allen Bäume in unseren Breitengraden geht es auch der Kissnerbuche nicht gut.

Diese Buche ist der letzte Vertreter des Buchenbestandes, der sich über den ganzen Hang erstreckte. Dort, wo heute die Kiefern mehr schlecht als recht wachsen. Dies waren übrigens mit die ersten Kiefern, die in der Gegend vor etwa 60 Jahren angepflanzt wurden.
Wie der Verfasser dieser Zeilen noch weiß, stand in der Mitte des Boxberges lange Zeit der Bruder der Kissnerbuche als sogenannter Überhälter und war weithin sichtbar.

Da der Försterin Ulrike Haus sehr viel an der Erhaltung des Baumes lag, hat sie eine Rettungsaktion für den Baum gestartet.

Zusammen mit dem Presberger Baumsachverständigen Dr. Martin Leberecht (der seine Expertise und Gerätschaften freundlicherweise kostenlos zur Verfügung stellte) wurde der Baum wissenschaftlich untersucht und ein Termin mit den Baumkletterern ausgemacht, die die alte Dame wieder vitalisieren sollten.

Die Kosten dafür kamen teilweise durch Spenden zusammen.

Von den Arbeiten gibt es in der Bildergalerie aufschlußreiche Aufnahmen zu sehen.

Wegepate

Geschrieben von Wegepate

Der Wegepate betreut ehrenamtlich Wanderwege. Er ist das Auge und die helfende Hand vor Ort, damit die Natur für alle sicher erlebbar bleibt.